Behauptungen und Fakten

Tramgegner führen gegen das Projekt seit Jahren ähnliche Argumente ins Feld. Stimmen diese?

Nein. Hier eine Klarstellung: Die Tramlinie nach Ostermundigen ist ein Auftrag des Volks. Die neue Linie wurde in mehreren Volksabstimmungen gutgeheissen. 2016 unterstützte die Bevölkerung von Ostermundigen das Tram (fast 56 Prozent Ja), 2017 die Stadtberner Bevölkerung (über 62 Prozent Ja) und 2018 die Bevölkerung des Kantons Bern (51.6 Prozent Ja). Der politische Auftrag ist klar und kann nicht umgedeutet werden. Der Entscheid der Stimmbevölkerung ist umzusetzen.

Behauptung: Das Tram ist unnötig, weil die prognostizierten Passagierzahlen aus veralteten Studien von 2005 stammen.

Das ist falsch. Richtig ist: Die damaligen Erkenntnisse wurden bei der Wiederaufnahme des Projekts mehrfach überprüft und bestätigt. Die neusten Studien dazu datieren von 2016 und 2020.

Behauptung: Statt eines Trams genügen Doppelgelenk-Trolleybusse.

Das ist falsch. Richtig ist: Doppelgelenk-Trolleybusse können die Nachfrage auf der Linie nach Ostermundigen mittel- und langfristig nicht decken. Ein Tram kann fast doppelt so viele Fahrgäste transportieren wie ein Doppelgelenkbus. Das Tram nach Ostermundigen wird nach dem Bau eines der meistbenutzten Trams der Schweiz sein.

Behauptung: Wenn künftig Köniz mit einem Doppelgelenkbus erschlossen werden soll, kann auch Ostermundigen so erschlossen werden. Es braucht kein Tram.

Das ist falsch. Richtig ist: Um die Transportkapazitäten nach Köniz zu erhöhen, soll vorübergehend ein Doppelgelenkbus eingesetzt werden. Das ist aber nur eine Übergangslösung. Längerfristig wird auch Köniz mit einem Tram oder mit einer Verlängerung der Bahn RBS erschlossen werden müssen.

Behauptung: Ein Tram nach Ostermundigen ist nicht nötig, da der Ausbau der S-Bahn diesen Verkehr aufnehmen kann.

Das ist falsch. Richtig ist: Der Ausbau der S-Bahn wurde bei den Prognosen zu den Passagierzahlen nach Ostermundigen von Anfang an berücksichtigt. Das Tram ist trotz S-Bahn-Ausbau nötig.

Behauptung: Wegen der Oberleitung des Trams müssen an der Viktoriastrasse in Bern Bäume gefällt werden.

Das ist falsch: Richtig ist: Die Bäume sind nicht wegen der Oberleitungen betroffen, sondern aufgrund der Arbeiten an der Strasse (z.B. Erneuerung von Werkleitungen). Diese Arbeiten tangieren und beschädigen die Wurzeln. Die Annahme, dass ohne Tram die Bäume unberührt bleiben, kann nicht bestätigt werden. Einerseits müsste die Strasse irgendwann ohnehin saniert werden und anderseits wären auch bei einem Betrieb mit Doppelgelenktrolleybussen bauliche Massnahmen nötig (längere und behindertengerechte Haltestellen).