Tramlinie Bern–Ostermundigen

ÖV-Umsteigeknoten Bahnhof Ostermundigen

Ostermundigen wächst. Bei der Erschliessung hat der Bahnhof als regionaler Knotenpunkt des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) zentrale raumplanerische Bedeutung. Am Bahnhof kreuzen sich die S-Bahnlinie, die neue Tramlinie und die Busse der Linien 28, 44 und einer neuen geplanten Buslinie. Das Bahnhofgebiet ist zudem kantonaler Entwicklungsschwerpunkt (ESP).  

Beim Bahnhof Ostermundigen gibt es Handlungsbedarf: Zum Beispiel sind die Anlagen nicht hindernisfrei ereichbar, so wie es das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) verlangt. Die Unterführung wirkt düster. Das Umsteigen zwischen Bus und Bahn ist kompliziert. Genügend Veloabstellplätze fehlen.  

Zusammen mit der SBB wollen der Kanton Bern und die Gemeinde Ostermundigen den Bahnhof zu einem attraktiven, publikumsnahmen Umsteigeknoten für den Öffentlichen Verkehr umbauen. 

Bequemer, rascher, hindernisfrei 

Der neue ÖV-Knoten erleichtert ein bequemes und rasches Umsteigen zwischen S-Bahn, Tram und Bus. Das ist neu: 

Tram- und Bushaltestellen

  • Weiter, heller Durchgang – statt dunkle Unterführung
  • Licht und Glas statt Beton.
  • Grosszügige von der Strasse getrennte Tramhaltstellen
  • Bushaltestellen in eigenen Busbuchten
  • Sitzbänke bei den Haltestellen
  • Direkte Aufgänge von Haltestellen zu Bahnperrons mit Treppen und grosszügigen Liften sowohl auf der Süd- wie auf der Nordseite

Bahnhof

  • Höhere und breitere Perrons, die ein ebenerdiges Eintreten in die Züge ermöglichen
  • Hindernisfreie Benutzung auch mit Rollstühlen und Zwillingskinderwagen
  • Neue Personenunterführung im Norden des Bahnhofs
  • Bahnhofgebäude bleibt bestehen und wird saniert

Umgebung

  • Neuer Bahnhofplatz-Charakter
  • Sitzgelegenheiten und grosszügige Fussgängerbereiche in der unmittelbaren Umgebung
  • Beidseitig des Durchgangs Zebrastreifen mit Mittelinseln
  • Beidseitige Velostreifen
  • Zusätzlicher Veloabstellplatz bei der Personenunterführung an der Poststrasse
  • Velo-Abstellplätze beim Bahnhof und beim Dammweg bleiben bestehen
  • Beidseitig eigene, von Autos überholbare Bushaltestellen

Neue Visitenkarte

Künftig bilden der neue Umsteigeknoten und die neuen Gebäude im Westen und Osten – das Bären-Hochhaus und die Überbauung «Poststrasse Süd» – die neue, moderne und attraktive Visitenkarte Ostermundigens.

Neue Haltestelle und Visualisierungen des Bären-Hochhauses sowie der Überbauung «Poststrasse Süd» (letztes Bild rechts)

Im Rahmen der Ortsplanrevision der Gemeinde Ostermundigen – konkret in der räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) – wurde für das Bahnhofareal eine sogenannte Testplanung  durchgeführt. In einer Testplanung werden in einem strukturierten Vorgehen verschiedenste Ideen mitsamt Vor- und Nachteilen getestet und gegeneinander abgewogen. Resultat einer Testplanung ist eine Bestvariante, die als Grundlage für die weitere Planung dient. In diesem Planungsprozess erfährt die Bestvariante Anpassungen und Veränderungen. Die Bestvariante ist nie ein baureifes Projekt.

So könnte das Gebiet um den Bahnhof dereinst aussehen – Resultat der Testplanung

Die Testplanung zeigt unter anderem auch die geplante neue Personenunterführung von der Poststrasse ins Bahnhofareal (im Plan oben dagestellt).

Enge Koordination der Projekte

Die Planung des neuen ÖV-Umsteigeknotens erfordert eine enge Koordination zwischen Kanton, Ostermundigen und SBB. Im Rahmen des Bahn-Ausbausschritts 2025 baut die SBB den Abschnitt Wankdorf – Ostermundigen auf vier Spuren aus. Gemäss Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) muss das Bahnunternehmen auch den Bahnhof umbauen. Während die Projektverantwortlichen für «Tram Bern-Ostermundigen» für alles Tramspezifische verantwortlich sind, wird das Unterführungsbauwerk gemeinsam mit der SBB konzipiert. Die SBB wiederum ist für die Anpassungen der Perrons, der Gleise und für die Bahntechnik zuständig. Was mit dem alten, denkmalgeschützten Bahnhof geschieht, prüfen SBB und die Gemeinde Ostermundigen in einer gemeinsamen Planung.

Für das Tram und den SBB-Ausbau gibt es zwei Bewilligungsverfahren. Die Herausforderung liegt darin, diese Verfahren so zu koordinieren, dass beide Vorhaben so schnell wie möglich realisiert werden können. Derzeit läuft das Bewilligungsverfahren für das Tram, ohne aber den Bereich um den Bahnhof Ostermundigen (siehe Grafik). Mitte 2022 startet dann nach heutiger Planung das Bewilligungsverfahren für den Bahnhofbereich. Dieses Verfahren umfasst auch alle oben genannten SBB-Projekte.

 

Trennelemnte Stationen