Warum braucht es zwischen Bern und Ostermundigen ein Tram?
Der Bus ist zu den Hauptverkehrszeiten bereits heute stark ausgelastet. In Zukunft wird seine Kapazität nicht mehr reichen. Das Tram weist zwei wesentliche Vorteile auf:
- Deutlich höhere Kapazität als ein Bus.
- Entlastung des Gesamtverkehrs, da das Tram wegen seiner grossen Kapazität in einem weniger dichten Takt als der Bus verkehren muss. Davon profitieren alle Verkehrsteilnehmenden.
Wie hoch sind die Gesamtkosten?
Die Gesamtkosten für Planung und Realisierung betragen gemäss Schätzung rund CHF 264 Mio. (Planungsgenauigkeit von +/- 10%).
Was ändert sich für Zufussgehende?
Entlang der Neubaustrecke wird die Sicherheit für Zufussgehende erhöht. Beim Queren der Strasse sind nun Mittelinseln vorgesehen, die den Fussgängerinnen und Fussgängern ein Innehalten ermöglichen. Beim Bahnhof Ostermundigen wird das Umsteigen zwischen Tram, Bus und Bahn direkter, einfacher und praktischer. Und: Bei jeder Haltestelle ist stufenloses Ein- und Aussteigen möglich.
Was ändert sich für Velofahrende?
In enger Zusammenarbeit mit Velo-Fachpersonen hat das Planerteam das Optimum gesucht, um die Sicherheit der Velofahrenden zu gewährleisten. So gibt es etwa 30 Prozent mehr Velostreifen als heute. Auch sind manche Haltestellen zum Teil rückseitig umfahrbar, so etwa bei den Haltestellen Viktoriaplatz, Schönburg und Rosengarten. Weiter wurde die Veloführung bei grossen Kreuzungen wenn immer möglich verbessert. Auf dem Gemeindegebiet von Ostermundigen erleichtert ein durchgängiger, farblich anders gestalteter Mittelstreifen das Linksabbiegen. Das Tramprojekt ist mit der Velo-Offensive der Stadt Bern verträglich.
Was ändert sich für Autofahrende?
Da das Tram weniger häufig verkehren wird als der Bus, verflüssigt sich der Verkehr. Zu dieser Verflüssigung auf den Hauptverkehrsachsen trägt auch ein cleveres Verkehrsmanagement bei. Autos können das Tram nur an drei von zwölf Haltestellen nicht überholen.
Müssen wegen des Trams Bäume gefällt werden?
Ja. Von den heute 556 betroffenen Bäumen müssen 305 Bäume gefällt werden. Für die 305 wegfallenden Bäume werden aber 338 Bäume neu gepflanzt. Am Schluss gibt es also 33 Bäume mehr als heute, insgesamt also 589 Bäume. Wesentlich mehr Bäume als heute wird es zum Beispiel an der Viktoriastrasse geben. Die meisten neuen Bäume werden im Bereich Oberfeld / Rütiweg in Ostermundigen gepflanzt.
Beim neu entstehenden Kreisel Waldeck wird etwas Wald gerodet. Dieser wird in der Rüti in Ostermundigen wieder aufgeforstet.
Es werden klimaresistente Bäume gepflanzt. Beim Pflanzen sind die Hochstammbäume etwa 2.6 Meter hoch und haben einen Umfang von 20 bis 25 Zentimetern. Erfahrungen zeigen, dass jüngere Bäume rascher in die Höhe wachsen. So ist das Resultat nach 5 bis 10 Jahren besser, als wenn zu Beginn ein grösserer Baum gepflanzt worden wäre.
Was bedeutet es fürs Klima, wenn Bäume ersetzt werden?
Es ist so, es dauert Jahre, bis die zu pflanzenden Bäume wieder ihre volle Grösse und Pracht erreicht haben. Doch nach den Bauarbeiten wird es 33 Bäume mehr geben als heute. Und die Umstellung von Bus- auf Trambetrieb spart jährlich 1100 Tonnen CO2. Beides kommt dem Klima zugute.
Kann die Berner Innenstadt ein weiteres Tram verkraften?
Das Tram Bern-Ostermundigen führt insgesamt nicht zu einer höheren ÖV-Belastung der Innenstadt, da eine Bus- durch eine Tramlinie ersetzt wird. Zudem tauschen die Linien 10 und 12 ihre Strecken durch die Innenstadt ab.
Braucht es in der Berner Innenstadt wegen des Trams Bern – Ostermundigen eine zweite Tramachse?
Nein. Allein aufgrund des Ostermundigen-Trams braucht es keine zweite Tramachse. Diese ist aus betrieblicher Sicht erst nötig, wenn das Tramnetz über das Tram Bern-Ostermundigen und die Verlängerung der Tramlinie 9 nach Kleinwabern hinaus erweitert werden sollte. Aktuell bestehen keine konkreten Projekte.
Wie wird die Rüti künftig erschlossen?
Das Rüti–Quartier wird mit Bussen erschlossen. Das Umsteigen bei der Haltestelle Oberfeld ist einfach.
Wann wird das Tram gebaut und wann fährt es?
Wann der Bau der Tramlinie beginnt, ist derzeit offen. Der Baustart hängt vom Verlauf des Bewilligungsverfahrens und möglichen Beschwerden ab. Die Bauzeit beträgt vier bis fünf Jahre.
Während den Bauarbeiten können Geschäfte weniger Umsatz machen. Gibt es dafür eine Entschädigung?
Bauarbeiten im öffentlichen Raum kommen periodisch vor (z.B. für die Sanierung von Strassen und Werkleitungen). Eine Entschädigung ist daher im Grundsatz nicht geschuldet und es gibt kein Anrecht auf eine immer gleichbleibende Erschliessung.